Alleinerbe nach dem Erbrecht

Alleinerbe nach dem ErbrechtDen klassischen Alleinerben, so wie man ihn sich aufgrund von Filmen und Belletristik vorstellt, sieht das Erbrecht heute nicht mehr vor. Alleinerbe kann eigentlich nur derjenige werden, welcher der einzige Verwandte eines Verstorbenen ist. Denn andernfalls gibt es neben demjenigen, von dem man möchte, dass er das Vermögen erbt, immer auch die Pflichtteilsberechtigten. Der Pflichtteil kann diesen Personen nur unter ganz besonderen Umständen abgesprochen werden. Wer also in seinem Testament eine Person zum Alleinerben erklärt dem sollte immer auch bewusst sein, dass dieser Wille nur umgesetzt wird, wenn die Pflichtteilsberechtigten auch damit einverstanden sind. Denn sobald sich die Pflichtteilsberechtigten vor einem Nachlassgericht für ihren Pflichtteil einsetzen, wird er ihnen nach dem Erbrecht heute auch zugesprochen. Dann ist es vorbei mit dem Alleinerbe.

Es ist aber durchaus auch heute noch möglich, dafür zu sorgen, dass ein großer Teil des eigenen Vermögens nach dem Tod an diejenigen Menschen geht, von denen man es sich wünscht. Denn das gesamte Vermögen, das hinterlassen wird, wird als Erbteil bezeichnet. Die Hälfte des Erbteils ist der Pflichtteil. Wer also beispielsweise 100.000 Euro zu vererben hat, der kann davon ausgehen, dass 50.000 Euro davon gewiss den Alleinerben zustehen, weil man es ebenso in seinem Testament geregelt hat. Von dem Pflichtteil in Höhe von 50.000 Euro stehen dem Alleinerben unter Umständen weitere Anteile zu, wenn er auch zu den Pflichtteilsberechtigten gehört. Das ist er dann, wenn der Alleinerbe Ehegatte, ein Elternteil oder Abkömmling des Verstorbenen ist. In diesem Fall steigt der Erbteil des Alleinerben um seinen Pflichtteil. Er erhält also 50.000 Euro plus den Pflichtteil.

Die meisten Menschen kennen sich mit dem Erbrecht nicht sehr gut aus und oftmals entstehen große Probleme, wenn es etwas zu erben oder zu vererben gibt. Wer sich jedoch frühzeitig informiert, der kann dies sicher und einfach umgehen.