Bauspardarlehen in Zeiten der Niedrigzinsen
In Zeiten der Niedrigzinsen kommen viele Eigentümer von zuteilungsreifen Bausparverträgen ins Nachdenken, ob ein Bankkredit nicht günstiger ist. Die Überlegungen lohnen sich in jedem Fall, denn derzeit sind Bankkredite auf dem Markt zu haben, die deutlich unter den Konditionen eines Bauspardarlehens bleiben. Die Entscheidung, vor der sich Hausbauer dann sehen, nennt sich im Fachjargon „Sunk-costs-Prinzip“, was im Grunde nichts anderes bedeutet, als dass sich der Sparer lediglich das Guthaben aus dem Bausparvertrag auszahlen lässt, nicht jedoch den Darlehensvertrag annimmt. Das kann sich lohnen, wenn – wie momentan – die Effektivzinssätze für zuteilungsreife Bauspardarlehen bei etwa 5,0 % bis 6,0 % liegen. Die Zinssätze für Bankkredite mit der gleichen Zinsbindungsfrist jedoch schon bei weniger wie 4,0 % zu haben sind.
Doch die Rechnung ist nicht immer ganz leicht. Einmalige Kosten und Boni müssen auch berücksichtigt werden, da sie entscheidenden Einfluss auf die Vor- oder Nachteile des Bauspardarlehens oder Bankkredits haben können. So fallen bei vielen Bausparverträgen beispielsweise bei Verzicht auf das Bauspardarlehen hohe Bonuszinsen an. Nimmt man das Bauspardarlehen an, entfallen diese und müssen dementsprechend zu den Kosten des Bauspardarlehens hinzugerechnet werden. Auch eine eventuelle Erstattung der Vertragsgebühr, die bei Verzicht auf das Bauspardarlehen geleistet wird, spricht für den Bankkredit. Je nach Summe des Bauspardarlehens kann dies durchaus ausschlaggebend sein.
Bausparverträge haben jedoch auch in Niedrigzinszeiten Vorteile. So lassen sich viele Bausparkassen auf eine erheblich nachrangige Besicherung ein. Im Normalfall gelten die Top-Konditionen der Banken nur für eine Beleihung bis 60 % des Objektwertes. Möchte man aus irgendwelchen Gründen den Rest des Objektes auch beleihen, so verschlechtern sich nicht selten ganz gravierend die Konditionen für den gesamten Kredit. Bausparkassen hingegen lassen sich auf eine nachrangige Besicherung bis hin zu 80 % ein. In dem Fall schneiden die Bausparkassen dann also doch trotz Niedrigzinsphase besser ab.
