Ist Erbschaftssteuer sofort zur Zahlung fällig?

Ist Erbschaftssteuer sofort zur Zahlung fällig?Laut dem Erbschaftssteuer- und Schenkungssteuergesetz muss der an einem Erbfall oder an einer Schenkung Beteiligte eine Steuererklärung an das dafür zuständige Finanzamt entrichten. Die Frist bis zur Einreichung beträgt mindestens einen Monat. Nachdem diese anerkannt wurde, wird die Erbschaftssteuer Zahlung fällig. Dieser Erklärung muss ein Verzeichnis beigefügt werden, in dem die verschiedenen Gegenstände aufgelistet sind, die der Verstorbene hinterlassen hat und ebenso die Werte derselben. Dazu gehören Hausrat, Kleidungsstücke, persönliche Gegenstände, aber auch Grundbesitz, Sammlungen, Bibliotheken oder Archive.

Es stellt sich die Frage, wer die Steuererklärung ausfüllen muss. Auch dies ist im Erbschaftssteuer- und Schenkungssteuergesetz geregelt. Falls zwischen dem Verstorbenen und seinem überlebenden Ehegatten oder Lebenspartner eine fortgesetzte Gütergemeinschaft bestand, kann dieser die Steuererklärung alleine aufsetzen, ohne die Mitwirkung eventueller Nachkommen. Falls mehrere Erben beteiligt sind, müssen alle die Steuererklärung unterschreiben.

In manchen Fällen hat der Verstorbene noch zu Lebzeiten einen Nachlassvollstrecker oder Testamentsverwalter eingesetzt. Dieser ist somit zur Abgabe der Steuererklärung verpflichtet. Falls das Finanzamt es verlangt, müssen die Erben auch unterschreiben. Im Falle der Einstellung eines Nachlasspflegers muss dieser die Steuererklärung einreichen. Ein Nachlasspfleger wird dann beauftragt, sich um das Erbe zu kümmern, wenn die Erben nicht zur Stelle sind oder erst noch ermittelt werden müssen. Die Steuererklärung muss auf einem Vordruck abgegeben werden, auf dem der Steuerschuldner seine Schuld selbst berechnet hat. Einen Monat nach Abgabe der Steuererklärung soll die Steuer beglichen werden.

Neben der Steuererklärungspflicht der oben erwähnten Personen sind auch die Ämter meldepflichtig. Das Standesamt muss dem für die Verwaltung des Erbes zuständigen Finanzamt den Todesfall melden. Die Gerichte und Notare müssen unter anderem melden, wenn sie Erbscheine oder Zeugnisse ausstellen oder wenn sie Beschlüsse über Todeserklärungen und Anordnungen von Nachlassverwaltungen erteilen. Gerichte, Notare und auch die deutschen Konsuln haben mitzuteilen, wenn Verfügungen von Todes wegen eröffnet und Erbauseinandersetzungen abgewickelt werden und wenn sie Vereinbarungen über Gütergemeinschaft, Schenkungen und Zweckzuwendungen beurkundet haben. Erst nach Abwicklung all dieser Vorgänge ist die Erbschaftssteuer zu entrichten.