Sicherheit und Rendite gefragt bei Anlegern
Eigentlich war es doch schon immer so: Wer über etwas Geld verfügt, möchte es nicht nur durch weiteres Ansparen vermehren, es soll zusätzlich auch „arbeiten“. Gerade in den beiden letzten Jahrzehnten geschah dies vermehrt durch die Investition in Unternehmensbeteiligungen – und hier insbesondere in geschlossene Fonds. Ihre große Beliebtheit erklärte sich durch die verführerisch hohen Renditen, die in hochglänzenden Prospekten jenen Interessenten versprochen wurden, damit sie in Immobilien, Schiffen und regenerativen Energien investierten. Jedoch warteten viele Anleger vergeblich auf ihre Ausschüttungen – entweder, weil sie das Produkt oder auch den Anbieter nicht ausreichend geprüft hatten und so an ein schwarzes Schaf oder eine unlukrative Totgeburt gerieten, oder aber, weil sie einfach nur Pech hatten. Jedoch – so langsam ist auch bei den geschlossenen Fonds Land in Sicht, der Markt scheint sich zu erholen. Zum ersten Mal seit langem legten im letzten Jahr die geschlossenen Anlagemöglichkeiten, welche im Unterschied zu offenen Fonds die Platzierung von Investitionen nur in einem begrenzten Zeitraum zulassen, zu. So wurden 2010 gut 700 Millionen und damit 13,6 Prozent mehr in diesen Anlagetyp investiert – und das, nachdem dieser Bereich 2009 einen Rückgang des platzierten Eigenkapitals um knapp 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr hatte verbuchen müssen.
Bleibt zu hoffen, dass das so weiter geht, denn inzwischen haben die Deutschen durch die doch schon recht lange andauernde Weltwirtschaftskrise gelernt, sich nicht durch Versprechungen horrender Rendite verleiten zu lassen. Derzeit ist nämlich nicht nur Rendite, sondern insbesondere Sicherheit gefragt – und gerade deshalb scheint auch das Vertrauen der Bundesbürger in diesen Anlagetyp wieder gewachsen zu sein. Zwar gilt dies nicht für jedes Segment, denn die Schiffsfonds – ehemals die beliebtesten am Markt – dümpeln immer noch vor sich hin. Heimische Immobilienfonds indessen sind auf dem Vormarsch, außerdem Projekte, die sich mit den staatlich geförderten „Neuen Energien“ beschäftigen.
