Wie verfasse ich ein Testament?

Wie verfasse ich ein Testament?Möchte man sein eigenes Testament verfassen, bedeutet dies, sich mit dem Tod zu beschäftigen. Das fällt vielen Menschen verständlicherweise nicht leicht und deshalb wird das Verfassen des Letzten Willens oftmals bis ganz zum Ende oder gar für immer aufgeschoben. Im letzteren Fall ist dann der Staat für die Verteilung des Erbes zuständig; es wird dabei zwar Erbstreitigkeiten vorgebeugt, doch der Letzte Wille des Verstorbenen ist es dann nicht zwangsläufig. Deshalb das frühzeitige Verfassen des Testaments nicht nur für ältere Menschen, sondern generell zu empfehlen. Doch wie verfasst man ein Testament richtig?

Es wird zwischen zwei Arten von Testamenten unterschieden: dem öffentlichen Testament (§ 2231 Nr. 1 BGB) und dem privatschriftlichen Testament (§ 2247 BGB). Beim öffentlichen Testament teilt der Erblasser dem Notar seinen Letzten Willen (mündlich oder schriftlich) mit und dieser schreibt ihn ordnungsgemäß nieder. In der Regel bewahrt der Notar das Testament auf und verliest es beim Tod des Erblassers. Das privatschriftliche Testament muss im Gegensatz dazu nicht zwingend von einem Notar verfasst werden. Allerdings gelten andere Vorschriften. Die Wichtigste ist, dass das Testament unbedingt eigenhändig vom Erblasser verfasst werden muss. Das bedeutet, dass das gesamte Testament handschriftlich vom Erblasser persönlich geschrieben werden muss. Ein Ausdruck (auch mit handschriftlicher Unterschrift) vom PC oder ein unterschriebener Vordruck ist nicht gültig und das Testament damit nichtig. Um sicherzugehen, sollte das privatschriftliche Testament auch mit Vor- und Zunamen unterschrieben sein, um möglichen Zweifeln vorzubeugen. Die Nennung von Ort und Datum ist zwingend notwendig. Den Inhalt des Testaments kann der Erblasser vollkommen selbst bestimmen. Das bedeutet, er kann so viele Erben einsetzen, wie er will und auch das Erbe ganz nach eigenen Wünschen verteilen. Das Einsetzen einer Teilungsanordnung, welche in § 2048 BGB näher beschrieben wird, empfiehlt sich insbesondere dann, wenn es um die Vererbung von Firmenanteilen geht. So kann der Erblasser die Zerschlagung von wirtschaftlichen Werten verhindern, indem er im Vornherein regelt, wie das Erbe verteilt werden soll.